Weiße Maske auf schwarzer Haut?

Samstag 1 Juli. 2006 um 8:21 | Veröffentlicht in Afrika, Der ganz normale Wahnsinn, Rassismus, Welt Politik | 1 Kommentar

Letztens hab ich in der Zeit einen doch interessanten Bericht gelesen über Die Situation in Afrika.

Leider, so meine Meinung, enthält dieser Bericht Fehler ohne Ende. Aus der Sicht des Autors ist das Problem der afrikanischen Ländern zwar von außen beeinflusst, aber eben auch durch die Afrikaner forciert. Er spricht von Menschen mit einer „Weiße Maske auf schwarzer Haut“. Diese Menschen gibt es vielleicht, oder sogar bestimmt, allerdings befinden die sich oft gar nicht mehr in Afrika sondern haben es sich in Paris oder auf den Bahamas gemütlich gemacht, zusammen mit den anderen die an dem Elend der (nicht nur) afrikanischen Ländern Milliarden Gewinne einfahren. Vorwiegend agieren diese Menschen aus der Anonymität heraus, und werden von der Außenwelt meist nur als „Shareholder“ bezeichnet, die für ihre absolute Gewinngier bekannt sind, und dabei über Leichen gehen.

Ebenfalls ist der Autor der Meinung, dass die Despoten, die noch in vielen Ländern das sagen haben, dafür Verantwortlich sind. Fakt ist aber auch, dass viele der Despoten ohne Hilfe von Außen niemals ihre Ziele erreicht hätten. Die Despotenschwämme hat, meiner Meinung nach, auch nur deshalb nachgelassen, weil diese einfach zu Gefährlich für die Interessen der multinationalen Konzerne sind und dabei auch jede Menge Geld gekostet. Labile Demokratien, mit den einen oder anderen Bürgerkrieg sind deutlich günstiger, und fördern nebenbei auch noch die Gewinne der Waffen-Industrie.

Wenn ich richtig informiert bin, sind die meisten afrikanischen Länder inzwischen überwiegend Demokratisch aufgebaut, die Zeiten eines Idi Amin in Ugande oder Abache in Nigeria sind vorbei.

Meiner bescheidenen Meinung nach, ist an dem Elend in den Ländern vor allem zwei Unternehmen beteiligt: Die WTO und die Weltbank. Ich hatte eine Anfrage in einem Forum wo ich das mal, kurz aus dem Kopf, zusammen fasste was ich wusste.

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WTO und Weltbank sind ein langes Thema.
Üblich ist es für die Weltbank, dass die Kreditvergabe mit Auflagen in Richtung Privatisierung belegt sind.
Dazu gehören immer und an erster Stelle, Privatisierung des Gesundheitswesen und des Schulwesen.
Dass im Zuge der Privatisierung auch andere Zweige des Öffentlichen Lebens unter den Hammer kommen, ist dann schon fast Zwangsläufig, wie z.B.:

  • Wasserversorgung
  • Elektrizität
  • ÖPNV
  • Transportdienste
  • Veterinärmedizin
  • Landwirtschaft

Die folgen sind vielfältig und immer negativ.

Die Privatisierung des Schulwesen, sorgt dafür das nur noch eine kleine Minderheit sich eine Schulbildung leisten kann. Das Schulgeld hört sich für unsere Verhätnisse nicht viel an, ist aber lokal betrachtet so viel, dass sich der durchschnittliche Einwohner des Landes es sich nicht leisten kann. Und dabei ist es grade die Bildung die diese Länder aus diesen Sumpf heraud holen könnte.

Die Privatisierung des Gesundheitswesen ist Verantwortlich dafür das sich in den betroffenen Ländern immer wieder schon längst ausgestorben geglaubte Seuchen verbreiten, da als erstes an den Vorsorge Untersuchungen und Impfaktionen gespart wird. Denn solche kosten nur Geld und bringen keins. Ein Arztbesuch in einen regulären Krankenhaus ist oft nicht bezahlbar.

Die Privatisierung der Wasserversorgung sorgt überwiegend für eine Verschlechterung der Wasserqualität und der Quantität, dünn besiedelte Gebiete werden dann ganz einfach ausgelassen, weil es sich nicht rentiert, auch wenn den Unternehmen vertraglich aufgedrückt worden ist, diese auch zu versorgen.

Für die Elektrizität gilt das selbe, in den Städten gibt es Strom auf den Land eben nicht, da es sich nicht rechnet.

Beim ÖPNV sorgt die Privatisierung dafür, dass die Preise explodieren und nur noch lukrative Strecken betrieben werden. Was zur Folge hat, dass (mal wieder) die ländliche Bevölkerung in die Röhre guckt, wenn sie in Ballungszentren arbeiten, aber weiter in ihrer dörflichen Umgebung wohnen wollen, dieses forciert die Landflucht nochmal zusätzlich, und damit die Verelendung der Bevölkerung.

Transportdienste werden in afrikanischen Ländern, überwiegend dazu genutzt um wichtige Güter auch in entlegene Gebiete zu bringen um deren Grundversorgung zu sichern. Wenn ein privater Spediteur diese Aufgabe übernimmt, wird er nur in diese Gebiete fahren wenn die Wege so sind, dass keine Schäden an den Fahrzeugen entstehen.
Meist ist es aber so, dass die Fahrer für die Schäden auf kommen müssen. Da diese aber nicht verrückt sind, fahren sie keine gefährlichen Strecken, wie z.B. während der Regenzeit.

Veterinär Medizin ist sehr wichtig, da auf diesen Wege bisher immer dafür gesorgt wurde, dass Tierseuchen sich nicht weiter ausbreiten als möglich. Wenn diese Dienste, weil zu teuer, von den Bauern nicht mehr bezahlt werden können, bleibt den Bauern eigentlich nur der Weg über den Schwarzmarkt. Wer noch ein bisschen Geld hat, kann sich gefälschte Impfpässe für sein Vieh auf den Schwarzmarkt kaufen. Wer das Geld nicht hat, muss sein Vieh auf den Schwarzmarkt weit unter Preis verkaufen.

Landwirtschaft wird im Zuge der Privatisierung meist komplett in die Hände von Monsato und Konsorten getrieben. Die Regeln sehen dabei immer gleich aus:

  1. Du musst das Saatgut bei uns kaufen.
  2. Du darst kein Saatgut selber ziehen.
  3. Du musst die Ernte nicht an uns verkaufen, aber wenn du wieder Saatgut haben willst, solltest du es an uns verkaufen.
  4. Solltest du schwarz anbauen, wird diene Ernte verbrannt und zusätzlich musst du noch Schadensersatz für den Ernteausfall zahlen.

Der letzte Punkt spielt schon mit in den Refugien der WTO rein. Gerne sorgt die WTO dafür, dass die Kredite der Weltbank nur dann gegeben werden, wenn die Medikamente nur von einen Hersteller importiert werden dürfen. Natürlich bestimmt der Hersteller dann auch den Preis, der um ein vielfaches höher liegt als hier. Und natürlich haben die Leute in den seltensten Fällen das Geld, sich diese Medikamente zu kaufen. Dieses sorgt dann wiedermal für ein gut laufenden Schwarzmarkt, wo abgelaufene Medikamente zu völlig überhöhten Preisen verkauft werden. Gar nicht zu reden von den Risiko, welches die Patienten eingehen, die diese Medikamente brauchen.

Zu den afrikanischen Eliten, die diese Zustände tolerieren und fördern.
Sie verdienen sehr gut daran, und nich nur die, die Bahamas sind voll von Nutznießern der Situation in Afrika, Südamerika und Asien. Denn das gefährlichste überhaupt sind Shareholder…

Oft ist die lokale Politik völlig Machtlos, denn wenn sie etwas ändern wollen, kommen sofort die Weltbank und die WTO angerannt, und drohen die Kredite zu kündigen. Zusätzlich gibt es dann noch die Embargo Drohung, und erhöhter Einfuhrzölle in die erste Welt.

Das die Zölle in vielen afrikanischen Ländern so hoch sind, ist eine simple Folge davon. Da der Staat sogut wie keine Einnahmen mehr hat, denn er hat ja alles verkauft, um die Kredite zu kriegen, ist der Zoll oft der eizige Weg wie noch Geld in die Leeren Staatskassen kommen.

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Lesetip zu diesen Thema ist „Die neuen Herrscher der Welt“ von Jean Ziegler.

 

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  1. […] Länder der ehemals dritten Welt die so schön auf neudeutsch Schwellenländer heißen. In diesen Ländern werden als erstes das Schulsystem, das Transportwesen, das Gesundheitssystem und …. Oft müssen diese Länder dann auch noch  Bereiche der Grundversorgung abgeben, wie Strom und […]


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