Sind Journalisten Wasserscheu?

Donnerstag 17 August. 2006 um 20:22 | Veröffentlicht in Der ganz normale Wahnsinn, Linux, Wasserscheu, wunderbare Welt | 3 Kommentare

Ich und vier Freunde aus meiner LUG waren eingeladen eine der monatlichen Redaktionssitzung en des Linux-Magazins zu hospitieren, mit der Zusage einigen von den Schreiberlingen auch ein Schwimmabzeichen abzunehmen die von unserer LUG ausgearbeitet worden sind.

So sind wir denn auch guter Dinge morgens um vier, am Freitag den 11. August 2006, Richtung München mit dem Auto gestartet und sind dann auch um 12°° Uhr beim Verlag angekommen. Der Empfang war herzlich und warm. Jan Kleinert, der Chefredakteur vom Linux-Magazin hat uns nach einer kurzen Begrüßung gleich mal zum Essen auf Redaktionskosten elngeladen, was wir natürlich dankend angenommen haben.

Während des Essens in der Redaktion, haben wir dann noch einige andere Mitglieder der Redaktion kennen gelernt, die auch sehr neugieriig waren, was wir denn so machen und was für Projekte, ausser dem Schwimmabzeichen, wir sonst noch in unserer LUG haben, die wir auch gerne beantworteten. Ehrich gesagt hatte ich Zeitweise das Gefühl ausgequetscht zu werden wie eine Zitrone, aber wie eine, die das mag.

Nach dem Essen und etliche Kaffee später, begann dann um 14°° Uhr die eigentliche Redaktionssitzung, wo wir die ersten waren, und einige der begehrten Sitzplätze ergattern konnten. Da wir unsere LUG T-Shirts trugen waren wir für jeden auf Anhieb als Redaktionsfremde zu erkennen, und wurden neugierig beäugt wie dreibeinige Aliens. Die Sitzung begann erstmal mit der gegenseitigen Vorstellung, wo jeder seine Fuktion in der Redaktion/LUG beschrieb. Umgehend kamen dann sofort Fragen auf, wie uns denn das Linux-Magazin gefällt, und was wir wo verbessern würden. All diese Fragen haben wir verscuht nach besten Wissen und Gewissen zu beantworten, was uns vielleicht auch gelungen ist. Wichtig fand ich die Fragen über das Leseverhalten. Auf der einen Seite kam raus was eigentlich jeder weiss, dass die meisten Menschen nach den ersten 10 Zeilen entscheiden ob sie diesen Artikel weiterlesen werden oder nicht. Allerdings habe ich bei Fachzeitschriften oft eine andere Angewohnheit: Ich lese die Zeitschriften oft von hinten, was dazu führt, dass ich in diesen Falle erst das Fazit zu lesen bekomme, und danach entscheide, ob ich den ganzen Artikel lese oder nicht.

Der nächste Punkt war E_Mails an die Redaktion. Offensichtlich wollen sehr viele Geeks und Nerds ihre Artikel dem Linux-Magazin zur Verfügung stellen. Die Problematik dabei ist, dass oft nur Artikel Vorschläge oder Angebote gesendet werden, und keiner weiss, ob der Artikel am Ende brauchbar wird. Desweiteren ist es mit der Zuverlässigkeit einiger freier Mitarbeiter auch nicht so weit her, O-Ton eines Redakteurs:“Da verbringt man Monate um den möglichen Autor zu Briefen und dann meldet er sich einfach nicht mehr…“ . Nach zwei Stunden war die Sitzung dann vorbei, wobei es wirklich erstaunlich ist, dass keiner von uns engeschlafen ist. Was mir in solchen Situationen schon häufiger passiert ist, ich aber es jedesmal definitiv nicht bereut habe. Nach der Sitzung wurde noch der eine oder andere Kaffee vernichtet, und noch einige interessante Gespräche geführt.

Wirklich interessant war für mich, dass die Mitarbeiter vom Linux-Magazin sehr stark von der Community abhängig sind. Das war dann auch der Dreh- und Angelpunkt vieler Unterhaltungen, denn, nicht nur meiner Meinung nach, kommt die Community, irgendwie ein bisschen zu kurz, was sich aber wohl in Kürze ändern wird, hoffe ich. Was für Linux und Open Source Software gilt, gilt auch für das Linux-Magazin, Linux-User und Easy-Linux. Ohne die Community wäre eine Existenz nicht möglich.

Nun komme ich zurück zu den Schwimmabzeichen. Wir haben jede und jeden aus der Redaktion bearbeitet doch bitte am nächsten Morgen um 10°°Uhr in’s Westbad in München zu kommen, und hatten eigentlich am Ende zwei zusagen aus der Redaktion. Leider hatten wir vom Timing her ein schlechtes Wochenende erwischt, da am darauf folgenden Dienstag in Bayern ein Feiertag war, dem zufolge wollten viele Münchner das verlängerte Wochenende für einen Kurzurlaub nutzen, eben auch die Mitarbeiter der Redaktion. Vor allem wenn man bedenkt, dass die Wochen vorher das Wetter in München nicht wirklich gut war.

Das Ergebnis war, es erschien keiner. Nicht einer hatte den Mumm sich einer Schwimmprüfung unter unserer Leitung zu unterziehen. Nicht mal Jan Kleinert, der uns bis zum Schluss Hoffnung gemacht hatte, erschien. Nun, die Gründe mögen Vielfältig gewesen sein, unter anderem auch das verlängerte Wochenende. Was ich aber nicht gelten lasse, weil unser Besuch und auch die Abnahme der Schwimmprüfungen, Monate vorher angekündigt war. Meine persönliche Vermutung ist, dass die komplette Linux-Magazin Redaktion einfach nur Wasserscheu ist. Es war zu der Zeit als wir die Prüfungen abnehmen wollten, zwar nur 15°C warm, aber es hat immerhin nicht geregnet, wie sonst immer, und das Wasser war herrliche 23°C Grad. Immerhin hatten wir das Außenbecken mit der 50 Meter Bahn für uns alleine, und konnten ungestört unsere Sachen erledigen. Es ist wirklich Schade, dass die Lieben Schreiberlinge das verpasst haben.

Eigentlich ein Grund traurig zu sein, waren wir aber nicht. Wir haben trotzdem unseren Spaß gehabt, und haben uns eben gegenseitig noch das eine oder andere Schwimmabzeichen abgenommen. Was für mich nicht ganz einfach war, weil ich zu dem Zeitpunkt, über dreizehn Jahre in keinen Schwimmbad war, und höchstens mal am Meer mal ein kleines bisschen geschwommen habe. Also habe ich auch nur das einfachste Schwimmabzeichen gemacht, was eigentlich für Kinder gedacht ist, aber, wen kümmert’s.

Am selben Abend haben wir uns dann noch auf den Rückweg gemacht, und waren kurz nach Mitternacht alle wieder gesund zu Hause.

 

 

 

 

Besonderer Dank gilt ganz besonders unseren Gastgeber in München, der uns trotz seiner beschränkten Möglichkeiten aufgenommen hat, und uns die Zeit in München sehr angenehm machte.

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3 Kommentare »

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  1. Hallo nordlichtige Eiswasser-Schwimmer, danke für den ausführlichen Bericht! Schön dass ihr zu Besuch gewesen seid und euch wohlig habt ausquetschen lassen.

    Mein Kommentar kommt erst jetzt, da ich 14 Tage in Italien war – in erster Linie zum Pool-Schwimmen in wunderbar warmen Wasser, bei Sonnenschein und 30 Grad Außentemperatur. Schimpft mich also nicht wasser-, sondern höchstens kältescheu.

    Alles Liebe, euer Trockentux.

  2. Jo recht hat`er ;)
    Wenn recht == Rechtfertigung == guter Grund == Ausrede == eben dann „kalt“-Wasserscheu ;) aber ein obersympath ist Jan dann irgendwie doch und so bleibt Er auch immer in unseren Herzen :D
    Jan, wehe wir erwischen Dich mal in der Nähe von warmen Wasser, dann gibt es keine „Ausreden (siehe die ersten Zeilen)“ mehr.
    Alles Liebe, einer Deiner möglichen Schwimmprüfer, Bernhard

  3. ich hätte mitgemacht (kann ich natürlich nun
    leicht sagen), habe aber zu dieser Zeit im
    Atlantik gebadet. Gute Ausrede, nicht wahr?!


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