Happy Birthday Linux

Samstag 26 August. 2006 um 14:26 | Veröffentlicht in Linux, Meine Meinung!, wunderbare Welt | Hinterlasse einen Kommentar

An diesen Tage, Linux wurde gestern 15 Jahre alt, ist es für mich an der Zeit, meine eigene Linux Geschichte in Erinnerung zu rufen. Und die schönen und weniger schönen Erlebnisse rund um Linux und Computer nieder zu schreiben.

Meine eigene Linux Geschichte begann im September 2000. Das Phenomän Linux war mir vorher in den Printmedien durch aus schon begegnet. Aber bis zu diesen Datum war es für mich nicht das Betriebsystem der Wahl. Der Grund war recht einfach: Ich hatte gar keinen Computer.

Warum hatte ich keinen Computer?

Auch das ist schnell erklärt. Seit Ende der 80er hatte ich verschiedene Home Computer. Darunter auch solche Berühmtheiten wie den ZX80, und den C64. Irgendwie war das alles noch Spielerei, wenn auch eine teure, aber was man sich angeschafft hatte, war dann auch über mehrere Jahre nutzbar. Als Anfang der 90er x86 anfingen immer günstiger zu werden, war ich zwar neugierig, aber konnte mich doch zurück halten. Denn die damals erhältlichen 286er waren weit davon entfernt, das zu sein, was ich ein leistungfähiges System nennen würde.

Meine Einstellung änderte sich erst, als die erstern 386er auf den Markt kamen, die dann schon deutlich mehr Dampf haben sollten, und auch schon mit 16 bit rechneten. Ich entschied mich also, 1992 einen 386er zuzulegen. Leider war das, aus meiner Sicht auch ein Griff in die Schüssel, da von der versprochenen Leistung herzlich wenig zu sehen war. Da war mir der Brotkasten (C64) noch um einiges lieber. Auch um die Geschichte mit der Aufrüstbarkeit der Systeme war es nicht so weit her. Alle paar Monate kamen irgendwelche Neuigkeiten hinzu, und änderten sich wichtige Dinge, wie zum Beispiel die Bus-Systeme, so dass ein Aufrüsten in kürzester Zeit dazu führte, dass man sich einen kompletten neuen Rechner kaufen musste, wenn man einigermaßen aktuell bleiben wollte.

Das Ende vom Lied, bedeutete für mich Trennung vom Computer. Ich verkaufte also meine Computer, auch den C64.

Lange Jahre war ich dann ohne Computer glücklich, ich informierte mich zwar regelmäßig über Neuigkeiten, und freute mich auch über die Fortschritte die die Technik machte, fühlte aber niemals den Zwang mir wieder einen Rechner zu zulegen.

Die Jahre gingen ins Land, ich wurde älter und weiser. Ich fand eine Frau (oder sie mich?), wir bekamen unser erstes Kind, richteten uns unser Leben ein, und waren überwiegend glücklich.

Dann war es soweit, meine Frau bemerkte Anfang 2000, dass immer öfter im Fersehen, am Ende der Sendungen, der Hinweis kam: „Und mehr erfahren sie im Internet unter der Adresse http://www.wasweissich.de…“. Ich machte ihr klar, dass man dazu einen Computer benötigt, um das Internet zu nutzen, und sie wusste, dass ich immer noch ein sehr gespaltenes Verhältnis zu der Technik hatte.

Irgendwann war es dann soweit, die ersten 1GHz Rechner kamen auf den Markt, meine Frau drängelte immer noch. Und laut der Fachzeitschriften, konnte man mit solchen Rechnern schon sehr gut Bild und Tonbearbeitung machen, was für mich ein klares Indiz war, dass die Rechner jetzt langsam in den Bereich kommen, wo sie für mich wieder Interessant würden. Das Ergebnis dieser Entwicklung gipfelte in der Anschafung eines Computers.

Da war er nun, ein Fujitsu Siemens mit 700 MHz AMD Prozessor, 64MB Ram, 20 GB Festplatte und einer ATI Grafikkarte. Mitgeliefert wurde ein Betriebsystem der Firma Microsoft, Windows 98SE, von dem ich bisher eigentlich nur postives gelesen hatte. Ich hatte schon mal eine Begegnung, acht Jahre vorher, mit dem DOS dieser Firma, und den legenderen Windows 3.0. Damals war ich alles anderes als zufrieden damit.

Ich packte die Kiste aus, machte sie an, und sie lief. Da ich aber ins internet über meinen ISDN Anschluss wollte, musste die Fritzkarte noch rein. Also Karte eingebaut und…, nichts und, ich muste tatsächlich mit den Rechner zum Händler zurück um die Fritzkarte zum Laufen zu kriegen. Zwei Stunden später ging es dann auch tatsächlich. Diese kleine Panne hätte mir eigentlich schon Warnung genug sein müssen.

Diese, und ähnliche Macken, führten dazu, dass innerhalb weniger Wochen das System unbenutzbar wurde, Bluescreens ohne Ende, was dazu führte, dass das Betriebssystem neu Installiert werden musste. Der Frust wuchs zunehmend, jedesmal wenn das System so eingerichtet war, dass ich begann mich damit wohl zu fühlen, musste es neu installiert werden.

Eines schönen Donnerstag Abend war es dann soweit: Ich komme von der Arbeit, esse eine Kleinigkeit, und setze mich an den Rechner, den ich vor einer Woche erst neu aufgesetzt hatte, und wurde von einen fröhlichen Bluescreen empfagen. Meine Geduld war definitv am Ende. Ich war ganz kurz davor, den Rechner aus den Fenster zu schmeißen. Ich wusste das Mediamarkt damals in der Werbung SuSE 7.0 im Angebot hatte, und machte mich auf den Weg mir eine Box zuholen. Gott sei Dank war langer Donnerstag, so dass ich noch eine Chance hatte vor Ladenschluss an zu kommen. Ich hatte es geschaft, kurz nach acht war ich wieder zu Hause mit den grünen Karton. Mein Vorsatz war klar, wenn dieses Linux genauso beschissen läuft, wie das Windows, ist das Thema Computer für mich erledigt.

Eine dreiviertel Stunde später hatte ich ein laufendes System, mit dem ich auch in’s Internet konnte. Ich war glücklich. Die Grafikkarte wurde leider nicht wirklich gut unterstützt, was für mich aber nur zur Folge hatte, dass ich mir eine neue Grafikkarte besorgte die entsprechend gut unterstützt wurde. Als das geschehen war, hatte ich ein, für mich optimales System.

Die Grafik lief, mein Drucker wurde erkannt und funktionierte, einzig das CDs brennen ging noch nicht, was aber mit dem nächsten Versionssprung, auf SuSE 7.1, auch erledigt war. Einzig ICQ war etwas was ich vermisste, und damals gab es von LICQ keine fertigen Pakete für SuSE, also machte ich mich ran, LICQ aus den Quellen zu kompilieren. Das hat sich leider etwas schwieriger gestaltet als ich gedacht hatte. Denn LICQ suchte die KDE Libraries in ganz anderen Pfaden als wo sie tatsächlich waren.

Ich stand auf den Schlauch, ich war in dem Moment hilflos, im Netz konnte ich keine verwertbaren Informationen finden, also macht ich mich daran eine Mail an die Entwickler zu schreiben. Ich habe nicht wirklich mit einer Antwort gerechnet, doch schon nach einer Stunde hatte ich eine. Da ich ihm ziemlich genau geschildert hatte was für eine Fehlermeldung kam, hat er mir auch sofort helfen können. Ich musste dem ./configure Script die Pfade entsprechend mit geben. Okay, dachte ich, mach ich, ich fügte den Pfand für die vermisste Lib als Option beim ./configure zu, um gleich darauf fest zu stellen, dass dann die nächste fehlte. Ich war am überlegen, ob ich nochmal eine Mail an die Entwickler schreibe, ich tat es nicht. Viel lieber wollte ich es selber schaffen. Ich schaute mir also an was mit der Option ausgelöst wurde, und habe dann versucht zu verstehen was dort passiert. Ich bastelte ein bisschen rum, und fand heraus wie es ging. Ich hatte da System dahinter verstanden. NAchdem ich nun das Problem aus eigenr Kraft gelöst hatte, waren die anderen Probleme die noch kamen eine Kleinigkeit. Im Endeffekt musste ich elf Optionen zum ./configure hinzufügen, um LICQ zu kompilieren, und ich hatte am Ende einen funtionsfähigen ICQ Klient. Ich hab den Entwickler dann trotzdem eine Mail geschickt, und zwar wie man LICQ unter SuSE 7.0 installiert, weil ich davon ausging, dass es auch noch andere gibt, die auf dieses Problem treffen.

Die Community war für mich damals auch schon wichtig. Ich hatte ein stabiles System, welches machte was ich wollte, und ich war zu der Überzeugung gekommen, dass ich der Community etwas zurück geben sollte. Da ich selber nicht programmieren konnte, macht ich mich also daran mich in Foren um die Probleme anderer Linux User zu kümmern, und mir im Gegenzug auch Rat und Hilfe zu holen.

Ich fing auch an bei einigen Projekten mit der Übersetzung zu helfen. Eines davon war Everybuddy, ein schlanker kleiner Instant Messanger, der ICQ, AOL, Yahoo und andere Protokolle beherschte. Leider ist das Projekt kurz nach dem ich hinzugestoßen bin gestorben. Genause erging es Gabber, ein Klient für das Jabber Netzwerk. Was mich zu der Überzeugung gebracht hat, meine Hilfe bei Projekten nicht mehr anzubieten. Es klingt vielleicht ein bisschen paranoid, aber wenn es auch nur den Hauch einer Möglichkeit gibt, dass meine Teilnahme an den Projekten dazu führte, dass sie starben, so will ich dafür mich bei anderen Projekten nicht Verantwortlich fühlen. Also machte ich keine Übersetzungen mehr für Open Source Projekte. Es gab auch so genug zu tun.
Im Laufe der Zeit habe ich die Installation mehrfach geschrottet, was für mich nicht schlimm war, denn ich wusste ganz genau wo der Fehler saß, und zwar vor der Tastatur. Und jedesmal habe ich etwas neues gelernt, vor allem was man nicht machen sollte.

Nach etwas über einen Jahr wechselte ich die Distribution, ich wechselte zu Slackware. Der Grund für mich war recht einfach, ich wollte mal was anderes sehen. Der Wechsel zu Slackware, war für mich wie eine Offenbarung, alles was ich vorher über die Funktionsweise eines GNU/Linux System nicht verstanden hatte, wurde mir klar. Der Grund liegt darin, dass es sich bei Slackware um eine der schlankesten Distributionen handelt, die ich kennen gelernt habe. Viele Funktionen musste man noch händisch implementieren, wie USB und Bluetooth. Da hat man erst gesehen wie einfach das ganze wirklich ist, wenn man alles überflüssige entfernt.

Mit Slackware war ich lange Zeit sehr glücklich, ich kaufte mir regelmäßig die CDs von Slackware, auch wenn es gar nicht nötig war, und alles lief relativ problemlos.

Vor zwei Jahren dann, entschloss ich mich mir einen neues System zuzulegen. Ein AMD64 System sollte es sein. Warum? Ganz einfach, Linux lief auf x86 Systemen und auch PPC, ich hatte mir zwischenzeitlich ein iBook besorgt, so stabil, dass es langweilig wurde. Mir fehlte der alte Pioniergeist, wo ich den Bluetooth Stack noch mit der Hand rein geschraubt hatte. Das Eigentlich interessante war, und ist, das die x86_64 Prozessoren eben nicht nur 64 bit verarbeiten sondern auch 32 bit nativ ausführen. Bis heute haben es viele Distribution nicht zufrieden stellend gelöst.

Entweder man installiert ein 32 Bit System oder ein 64 Bit System. Wobei man die Vorteile der 64 Bit natürlich nicht nutzen kann, wenn man auf ein 32 Bit System setzt. Nach einigen hin und her mit einigen Distributionen, war ich dann bei Gentoo gelandet. Ich wollte eigentlich nicht ein Gentoo System haben, da viele Gentoo-User sich schrecklich kindisch verhalten haben, und damit keine gute Werbung für das System machten. Gentoo war aber das einzige System was sich, erstens, Fehlerfrei installieren ließ, und, zweitens, ein sehr ausgeklügelte Mutlilib Unterstützung hat. Wenn man unter Gentoo ein 32 Bittiges Programm ausführen will brauch man keine Change-Root Umgebung, man führt sie einfach aus, das Programm findet alle Libs die es braucht im System.

Der letzte Stand in Sachen Community Aktivität besteht darin das ich mich in der Linux User Group Norderstedt angagiere, und dort mit einigen Projekten auch schon mächtig Staub aufgewirbelt habe.

 

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