An die Mitarbeiter vom Media-Markt

Montag 23 Oktober. 2006 um 21:56 | Veröffentlicht in Der ganz normale Wahnsinn, Dumme Welt | Hinterlasse einen Kommentar

Wie Ihr vielleicht merkt, ich habe euch ganz doll lieb. Ich habe auch Gewerkschaften ganz doll lieb. Ihr wahrscheinlich auch. Aber eure Chefs wohl gar nicht. Wie ich heute bei der Tagesschau lesen musste, hat der MediaMarkt in Polen einen aktiven Gewerkschafter gekündigt. Und die anderen Kollegen gucken zu und ziehen den Schwanz ein.

Die Kündigung kam für den Polen nicht ganz unerwartet. Der gute Mann hatte ein Gespräch zwischen seinen Chef und ihm mit geschnitten.

„Vor solcher Dummheit sollte euch euer gesunder Verstand schützen. Dabei verliert das ganze Team. Das muss klar sein. Das ganze Team, ohne Ausnahme.“

Mit diesen Worten wollte sein Chef ihn dazu überreden, sich nicht weiter für eine Arbeitnehmer Vertretung einzusetzen. Was ihm aber nicht gelungen war. In letzter Konsequenz trennte er sich von dem Mitarbeiter. Es wäre ja noch schöner, wenn die Mitarbeiter einfach so sich organisieren und der einen oder anderen Entscheidung der Chefetage Paroli bieten.

Aber, was ist bitte schön so schlimm daran?

Ich selber arbeitete in einen kleinen Betrieb mit 10 Mitarbeitern, und die Notwendigkeit nach einen Betriebsrat, hat sich noch nie ergeben. Was wohl damit zusammen hängt, dass der Chef ein durchaus konsens fähiger Mensch ist, der auch in der Lage ist, Entscheidungen nicht nur aus seien Blickwinkel zu fällen, und dabei die Interesen der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Ferner sind in unseren Betrieb alle Entscheidungen sehr Transparent, so dass eigentlich jeder Mitarbeiter weiß was los ist. Die Kommunikation klappt, die Chemie stimmt, und der gegenseitige Respekt ist da. Was will man mehr.

Allerdings kenne ich auch Betriebe, wo die Chefetage haust wie zu Zeiten der Leibeigenschaft, wo Versuche Einzelner irgend etwas zu ändern oder zu verbessern, meist mit Mobbing übelster Art und im Endeffekt mit Kündigung beantwortet wird. Diese Betriebe brauchen einen Betriebsrat, der dafür Sorge trägt, dass die Willkür ihre Grenzen findet, und Mitarbeiter einiger Maßen fair behandelt werden, und Streitereien nicht erst vom Arbeitsgericht geklärt werden müssen. Denn Arbeitsgericht Prozesse werden in der überwiegenden Zahl von den Arbeitnehmern gewonnen, und das nicht weil die Richter so sozial eingestellt sind, sondern weil die Arbeitnehmer immer wieder, oft in Unkenntnis der Rechtslage, über die Stränge schlagen, und sich dabei Teilweise auch Strafbar machen.
Eine Firma zu haben ist wie eine Familie, man ist für einander dar, man passt auf einander auf, und man geht gemeinsam durch dick und dünn. Wenn das Klima stimmt. Sobald man mehr als eine Person in der Firma ist, übernimmt man Verantwortung für seine Mitarbeiter. Und wenn man diese ernst nimmt, werden auch seine Mitarbeiter ernst nehmen.

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