Wahlomat, der Ernstfall

Dienstag 24 Oktober. 2006 um 21:37 | Veröffentlicht in Betrug, Der ganz normale Wahnsinn, Dumme Welt, Wahlcomputer | 1 Kommentar

In Cottbus fanden neulich Wahlen zum Oberbürgermeister statt. Und zum Einsatz kamen Wahlcomputer des Herstellers Nedap. Einige Leute vom CCC sind als Wahlbeobachter hingefahren, und berichten darüber, wie es mit der angeblichen Manipulationssicherheit von den Kisten aus sieht. Mein erster persönlicher Eindruck ist, dass es sicher ist, dass die Kisten manipuliert werden können. Im Wahllokal selber standen die Kisten unbeaufsichtigt rum und die Unterschriften auf den Konfigurationszetteln waren auch schon bis zu 10 Tage alt. In dieser Zeit hätte locker ein Insider der Kiste alle möglichen Tricks beibringen können, wie zum Beispiel Schach spielen. Nur leider werden Insider eher an zwei anderen Sachen interessiert sein. Die eine Sache ist es, das Wahlergebnis schon mal ein bisschen in die richtige Richtung zu schubsen, und die andere Idee wäre es, die Wahlen zu personalisieren, d. h. feststellen zu können, wer was gewählt hat. Es spricht natürlich auch nichts gegen eine Kombination von beiden. Obwohl ich nichts gegen eine Runde Blitzschach hätte, wird Schach wohl nie eine Option sein.

Bei Spiegel Online haben die Jungs von der PTB den CCC ja bestätigt, dass man die Kisten natürlich manipulieren könne, aber das war ja auch gar nicht Aufgabe der Prüfung, die sollten ja nur feststellen ob die Dinger richtig zählen. Ansonsten solle man sonstigen Sicherheitsmaßnahen vertrauen. Ja ne, is klar. Man, und dann meinen die Herrschaften noch, dass man zur Manipulation von den Kisten auch erhebliche Kriminelle Energie benötigt. Hu?

Also, um es mal vorsichtig aus zu drücken, Politker sind in meinen Augen latent kriminell. In einer norddeutschen Kleistadt rennt ein FDP Politiker rum, der 8 Jahre im Bau gesessen hat wegen Betruges, und auf die Frage warum er denn in die Politik gegangen ist, kam die Antwort, dass man als Politiker wesentlich mehr und besser Geschäfte machen kann ohne dass danach etwas passiert, da sowieso alle unter einer Decke stecken. Sorry, aber solche Menschen haben erhebliche kriminelle Energie.

Aber wie kann ich mich dagegen wehren. Das BundeswahlGesetz gibt da nicht viele Möglichkeiten. Als erstes fällt mir da ein, dass man Versuchen könnte, sich darauf zu berufen, dass man der Meinung ist, dass das Wahlergebnis nicht nachvollziehbar ist, und man erst von den Wahlrechner wieder runter klettert, wenn mindestens drei unabhängige Gutachter einen bestätigen, dass an der Kiste nicht rumgefrickelt wurde, und danach möchte man beim Stimmen nach zählen daneben stehen. Das einzige was das einen wohl bringen wird, sind einige erholsame und gut seditierte Tage in einer netten Klinik mit kräftigen Pflegern.

Spontan würde ich wohl als erste Maßnahme auf Briefwahl bestehen, solange das dann noch nicht via SMS oder im Browser erledigt werden muss.

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1 Kommentar »

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  1. Boahhh musst Du immer alles so schwarz sehen?
    Ich habs doch schon gesagt, Georg W. Bush wird dann Bundeskanzler :D. Aber back to Topic: Ich hätte mir nie vorgestellt, dass man zum Manipulieren von Computern so viel kriminelle Energie benötigt. Das ist echt neu für mich….. IDEE: wie wäre es, wenn wir eine Firma gründen und uns eine Lizenz zum Bauen dieser Wahlomaten besorgen? Zusätzlich gründen wir dann noch eine Partei und gut ists :D.
    Sorry alles Bullshit was ich bis hier geschrieben habe aber was kann man dazu noch sagen?


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