Ausländer…

Samstag 11 November. 2006 um 14:16 | Veröffentlicht in Alltag, Der ganz normale Wahnsinn, Dumme Welt, Meine Meinung!, Politik Kram, Rassismus | Hinterlasse einen Kommentar

Ich bin langsam am Ende mit dieser Gesellschaft. Da gibt es eine Minderheit in Deutschland die ein Ausländerproblem haben, dachte ich. Ich ging immer bisher von maximal 5% aus. Nun gab es aber eine Studie der Uni Leipzig im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung, die teilweise mehr als erschreckende Zahlen hervorhob. Nach den Angaben in der Studie sind z.B. in Bayern 42,4% der Bevölkerung ab 14 Jahren ausländerfeindlich eingestellt.

15,2% wollen einen Führer wieder haben, der Deutschland mit starker Hand regiert. 28,4% wollen, laut der Studie, dass Deutschland wieder die Macht und Geltung erhält, die ihm zusteht, also wollen sie einen Führer haben der das Land in gloreiche Kriege führt. Desweiteren lassen sich in dieser Studie noch massiv viele Absonderlichkeiten aus denTiefen der deutschen Volkseele ablesen. Die ich zwar in Einzelfällen vermutet habe, aber niemals in der Masse erwartet hätte. Schon bröckelt meine schöne Vorstellung von dem Guten welches in jeden Menschen lauert und nur darauf wartet freigelegt zu werden, und wird ersetzt durch eine immer fester werdenden Überzeugung, dass die Menschen zwar nicht von grundauf Übel sind aber im Durchschnitt mehr als Sau Dumm (Ich will hier die Schweine nicht beleidigen, aber mir viel nichts besseres ein).

Langsam bemerke ich, wie ich die latente Ausländerfeindlichkeit in meiner Umgebung doch irgendwie übersehen habe, wenn nicht sogar ignoriert habe. Wenn Sätze anfangen mit den Worten Diese Kanacken oder Diese Ausländer hätte bei mir die eine oder andere Alarmglocke losgehen müssen, sind sie aber nicht. Ich gestehe, dass ich sämtliche Alarmzeichen ignoriert habe, und damit wahrscheinlich dieser Entwicklung in meinen Umfeld Vorschub geleistet habe.

Für mich ist Ausländerfeindlichkeit nicht einmal vorstellbar. Wie kann ich jemanden die Schuld daran geben, dass ich keine Arbeit habe, dass ich keine Freunde habe, dass ich keine Familie die mich unterstützt habe, ich kann es nicht. Aber es gibt wohl Menschen, die nie gelernt haben für sich Verantwortung zu übernehmen, und als erstes Mal bei sich die Schuld zu suchen. Warum dein Ausländischer Nachbar die Arbeit gekriegt hat die du wolltest?

Ganz einfach, er war pünktlich, sauber und hatte keine Bierfahne so wie du. Er ist einfach zuverlässiger als du und weiß, dass ohne Eigeninitiative nichts geht. Und da sind da noch die Juden, die ja irgendwie so anders sind wie wir.

Wie sind sie denn?

Hast du jemals einen gesehen?

Nein, hast du nicht, und selbst wenn du vor einen stehen würdest, würdest du es nicht sehen oder riechen können. Denn sie wissen wie solche Leute wie du sind, und werden sich hüten, ihre Herkunft in der Öffentlichkeit vor sich her zu tragen. Sie sehen aus wie wir, sie kommen aus verschiedenen Ländern, und sprechen verschiedene Sprachen. Du kennst nicht einen, ausser diesen verkoksten Selbstdarsteller in der Glotze, und der ist nicht represäntativ für die Menschen jüdischen Glaubens.

In a new place, in a strange land
An undone new world, not a part of the plan
Hatred and fear is the language I know
Out of my home, out of control
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?
How much more do you think I can take?
I yield to your smile, a victim’s mistake
I don’t want your life, I’ve got my own needs
A life of my own, a chance to be free
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?
Everything that I want, isn’t it everything that you’ve got?

Living Colour 1993. Der Song entstand während Deutschland Tournee. In den Radionachrichten war immer von Ausländer die Rede, und sie wussten nicht was es bedeutet, es schien wohl sehr wichtig zu sein. Sie fragten dann jemand danach was dieses unheimlich wichtige Ausländer zu bedeuten hat.

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