War Kevins Tod umsonst?

Freitag 17 November. 2006 um 18:47 | Veröffentlicht in Alltag, Der ganz normale Wahnsinn, Dumme Welt | Hinterlasse einen Kommentar

Den Eindruck könnte man glatt weg gewinnen, wenn man sich die Geschichte auf diesen Blog von Arnika durch liest. Dort ist ein 16 jähriger Junge nach dem Tod seiner Mutter vom Jugendamt bei einer Pflegefamilie untergebracht worden. Allerdings scheint bei der Pflegefamilie nicht alles rund zu laufen. Der Junge darf, wenn überhaupt, nur in Anwesenheit seines Pflegevaters telefonieren, der Junge berichtet, dass er mit zur Schwarzarbeit nach Dänemark muss, und auch dass dem Pflegevater auch gerne mal die Hand ausrutscht wenn etwas nicht so läuft wie er will. Arnika, die Schwester von den Jungen, beklagt sich darüber, dass der Junge kaum noch anruft, und wenn er anruft, er nicht sagt wo er ist, und auch nicht frei sprechen kann.

Arnika ist massiv besorgt, dass ihm etwas zustößt, und hat auch schon beim Jugendamt nachgefragt was da los ist. Allerdings hat sie die zuständige Mitarbeiterin, Frau Herzog, klar zum Ausdruck gebracht, dass sie nichts unternehmen werde. Auch mehrmaliges Nachfragen hatte kein anderes Ergebnis.

Und da gibt es noch einen anderen Blogger, ein Freund von mir, der auch schon seine schlechte Erfahrungen mit den Jugendamt Schleswig gemacht hat. Er hat eine, bis heute unheibare Erbkrankheit und möchte gerne seine Tochter aus erster Ehe darüber Informeren, dass ein gewisses Risiko besteht, dass sie diese Krankheit auch hat, und auch weitergeben kann. Der wunsch von Ihm wäre ja nur, dass er die Mutter davon informiert, und diese dann entscheidet, wann das ihre gemeinsame Tochter erfahren soll. Allerdings sieht der Herr Täschner vom besagten Jugendamt Schleswig in diesen Fall als Vormund auch keinen Handlungsbedarf.

Es wird, so befürchte ich, in Deutschland bestimmt noch massig solche Geschichten geben. Und mich beschleicht das Gefühl, dass einige Jugendämter nichts, aber auch gar nichts da zu gelernt haben.

Ihr seid überlastet?

Dann macht euch doch mal grade, und macht es zur Not auch publik.

Das dürft ihr nicht?

Ist das denn noch wichtig wenn es um Leib und Leben eines Menschen geht? Dann seid ihr förmlich dazu aufgerufen sich gegen die Misstände zu erheben, oder ist euch euer Arbeitsplatz wichtiger als das Leben eines Kindes. Und so lange bei euch nichts passiert, werde ich hoffen, dass immer mehr Menschen dieses Medium entdecken um ihre Sorgen und Nöte, eben auch mit den Jugendämtern, publik zu machen.

Ich war selber zwei Jahre unter der Vormundschaft des Jugendamtes, und muss zu der Erfahrung sagen, dass es für mich den Begriff Imkompenz eine völlig neue Dimension gab. Augenscheinlich scheint sich bis heute nicht all zuviel geändert zu haben. Ich möchte jetzt nicht alle Jugendämter über einen Kamm scheeren, aber die Ereignisse in Bremen, und jetzt die Geschichten aus Schleswig geben mir nicht viel Hoffnung.

Im Falle von Arnikas Bruder, hat der Onkel von den beiden Strafanzeige gegen das Jugendamt erstattet. wollen wir mal hoffen, dass es die Mitarbeiter dort mal auf Trab bringt. Der Wortlaut ist hier zu finden.

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