Einfach nur Tornados reicht nicht

Sonntag 11 Februar. 2007 um 20:51 | Veröffentlicht in Der ganz normale Wahnsinn, Dumme Welt, Rassismus, Satire | Hinterlasse einen Kommentar

Da muss schon mehr kommen, als so ein paar popelige Tornados die die Stellungen der Taliban ausbaldovern sollen. Da muss schon mehr aus Deutschland kommen. Und tut es auch. Hamburg wird wohl demnächst, wenn nichts dazwischen kommt, 150 Afghanische Familien nach Afghanistan zurückschicken. Natürlich ist Afghanistan voll befriedet und niemanden wird mehr ein Haar gekrümmt. Nach mir vorliegenden Informationen ist es gerade mal eben Kabul, wo eine relative Sicherheit gewährleistet werden kann. Alles andere außerhalb der Stadtgrenzen ist auch für Afghanen gefährlich. Und selbst die afghanische Marionetten Regierung möchte im Moment nicht mit Rückkehrern belastet werden, da die Situation in weiten Teilen des Landes als unsicher gilt. Aber das lässt den Hamburger Senat kalt. Auch alle 150 Petitionen die an den Petitionsausschuss der Senat gegangen sind, wurden nach letzten Informationen abgeschmettert (wenn jemand mehr weiß, kann er es ja berichten). Aber warum will denn der Senat so dringend 150 Familien die zum Großteil aus Frauen und kleinen Kindernbestehen abschieben?

Fragen wir also den Innensenator von Hamburg, Bayern Import und Schill Freund Udo Nagel selber.

Herr Nagel, warum wollen Sie diese 150 Familien abschieben?

Von vornherein muss allen Flüchtlingen eines klar sein: Die Aufnahme und Hilfe kann grundsätzlich nur auf Zeit geschehen, nicht auf Dauer, sonst würde dies nicht nur unsere Sozialsysteme, sondern vor allem unsere Gesellschaft insgesamt überfordern.

Nur auf Zeit sagen Sie, und das Ende dieser Zeit wird dann auch völlig willkürlich festgelegt. Aber wie muss ich mir die Überforderung vorstellen?

Überfordern konkret und materiell bei der Hilfsbereitschaft, aber auch in der Akzeptanz und der Bereitschaft der Menschen in unserer Stadt.

Ja ne, is klar. Sie wollen ihre nationalsozialistisch veranlagten Freunde nicht unnötig provozieren, wie Verständnisvoll. Aber warum sollen die denn gerade jetzt nach Hause?

Damit wir auch in Zukunft helfen können, müssen ausreisepflichtige ausländische Staatsangehörige, die sich nur auf Zeit bei uns aufhalten, auch wieder in ihre Heimat zurückkehren.

Ach so, damit wir dann wieder Platz für die nächsten Kriegsflüchtlinge haben, die auf die Rechnung unsere amerikanischen FeindeFreunde gehen. Aber das Warum ist hier doch wichtig.

Wenn wir irgendwann einmal nicht mehr helfen könnten, weil die Aufnahmebereitschaft nicht mehr besteht, wäre das ein schlimmes Signal.

Herr Nagel, das Signal ist doch da, es ist doch wohl kaum anzunehmen, dass vier Tornados für den Kriegseinsatz in Afghanistan abgeordert werden und auf der anderen Seite Flüchtlinge in dieses offensichtliche Kriegsgebiet zurück geschickt werden sollen. Wie sieht Ihre Stellungnahme dazu aus?

Ein generelles Rückkehrhindernis nach Afghanistan haben bisher weder das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), noch die Rechtsprechung festgestellt ‐ soweit auch zur Debatte um die Sicherheitslage dort nach dem Bürgerkrieg.

Unter welchen Bedingungen könnten denn diese Familien in Deutschland bleiben, denn immerhin haben viele Mitglieder dieser Familien, insbesondere die hier geborenen Kinder ihren Lebensmittelpunkt hier aufgebaut, lernen an hiesigen Schulen und sprechen die deutsche Sprache?

Natürlich kann es sinnvoll sein, einer bestimmten Gruppe eigentlich ausreisepflichtiger ausländischer Staatsangehöriger eine Aufenthaltsperspektive zu bieten. Doch dies kann nur dann geschehen, wenn die Betroffenen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, etwa die wirtschaftliche und soziale Integration, die Beherrschung der deutschen Sprache oder die Akzeptanz unserer Werte und Gesetze.

Aber wenn das schon gegeben ist Herr Nagel? Was ist, wenn sich einige der Familien schon komplett aus eigener Kraft am Leben erhalten und bisher auch nicht negativ aufgefallen sind?

Jeder Staat muss das Recht haben, selbst zu entscheiden, wer in seinen Grenzen auf Dauer leben darf. In diesem Sinne haben auch die Innenminister und ‐senatoren entschieden: Ausländer, die viele Jahre bei uns leben und bestimmte Bedingungen erfüllen, dürfen bleiben.

Ausländer wie Sie eben, ich verstehe schon Herr Nagel.

Das Interview ist Fiktiv, alle Antworten habe ich allerdings aus diesen PDF entnommen. Sind damit also authentisch.

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