Was ich nicht verstehe, gehört verboten

Samstag 24 Februar. 2007 um 13:17 | Veröffentlicht in Der ganz normale Wahnsinn, dumm gelaufen, Dumme Welt, Politik Kram | 5 Kommentare

Der Farlion hat darüber geschrieben, Netzpolitik genauso. Über einen üblen Fall von Boulevard Journalismus. Und wer war es diesmal? RTL2? Frontal 21?
Nein, keiner der üblichen Verdächtigen, diesmal war es Panorama vom NDR am 22.02.2007. Das Thema war Killerspiele. Von Objektivität war in dieser Berichterstattung nichts zu sehen, und läst drauf hin deuten, dass es sich um eine reine Propaganda Sendung handelte um möglichst viel Quote zu machen.

Alleine die Liste der Interview Partner macht einen schon klar, dass es nicht darum ging aufzuklären, sondern um zu hetzen. Da der Bericht schon mehr als ausreichend zu recht verissen worden ist, werde ich mir mal die Protagonisten näher anschauen:

Innenminister Niedersachsen: Uwe Schünemann, CDU

Ein alter Bekannter, der zwar nichts dagegen hat, dass Leute grundlos mit tödlichen Waffen auf harmlose Tiere los gehen, aber etwas dagegen hat wenn so etwas virtuell geschieht. Die Überschrift habe ich übrigens aus dem Bericht von Panorama entnommen, hier der O-Ton:

„Der § 131 hat ja bisher überhaupt nicht gewirkt, und wenn man sogar bei der Spielanleitung aufgefordert wird, zunächst einmal jemanden zu quälen und dann kriegt man mehr Punkte bevor man dann mit der Kettensäge den Kopf absägt, dann ist das etwas, was ich nicht verstehen kann, dass das überhaupt hergestellt werden muss. Und deshalb muss so etwas auch verboten werden.“

Hier wird ganz klar, dass der Herr Schünemann sich nicht mal Ansatzweise Informiert hat, sondern einfach seine vorgefertigte Meinung in die Welt wirft, und andere Meinungen gar nicht gelten lässt. Aber über Schünemann haben ich und andere schon genug geschrieben. So, dass ich mich dann mal um den nächsten VollidiotenProtagonisten kümmern kann. Eine Figur die bisher kaum aufgetaucht ist.

Landeskriminalamt Bayern: Albert Bischeltsrieder

Bei den Herrn Bischeltsrieder handelt es sich um einen bayrischen Bullen, nein nicht aus Tölz, sondern aus München. Dort leitet er das Netzwerkfahndungs-Team des bayrischen Landeskriminalamts. In dieser Funktion treffen die auf alles mögliche, allerdings wohl seltenst auf Spiele. Im Netzt gibt es viele Probleme, wo so eine Spezial Einheit sinnvoll wäre, und auch genutzt wird. Aber wirklich genial wäre das, wenn diese dann noch am Wochenende zu erreichen wäre. Seine Kompetenz über Killerspiele reden zu können, ergibt sich wohl auch mehr daraus, dass er auch gerne in das Fernsehen möchte. Dieser O-Ton von ihm macht das meines Erachtens auch deutlich.

„Bei Computerspielen, speziell bei diesen Killerspielen geht es eben nicht so sehr oder sogar erst in zweiter Linie um die Darstellung, um besonders grausame Darstellungen, sondern es geht um das aktive Handeln der Personen. Also, ich sehe nicht nur zu, wie eine Person beispielsweise mit einer Kettensäge zerstückelt wird, wie bei einem Video, sondern ich bin derjenige, der gegen diese Person, gegen eine andere Person mit Gewalt tätig wird. Und das ist das eigentlich Entscheidende. Und dem wird der bisherige §131 zumindest aus unserer Sicht nicht gerecht.“

Sie wollten wohl sagen Ihre Sicht. Aus meiner Sicht ist für mich dazuzusagen: Wenn ich ein Bulle wäre, würde ich alles geben Sie nicht als Partner zu haben. Denn Ihre obige Aussage beweist, dass sie ein Problem mit Gewalt haben das größer ist als die normale Tendenz Gewalt zu vermeiden. Ihre Angst scheint so tief zu gehen, dass Sie einen Partner mit Sicherheit sofort in Stich lassen würden, wenn Gewalt der einzige Weg wäre ihm zu helfen. Ihnen kann, nach meiner Meinung, bestimmt ein Psychotherapeut helfen, einfach mal hingehen. Die riechen Angst, die sind Killerspiel trainiert. Auf zum nächsten VollidiotenProtagonisten.

PanAmp – Internetsicherheitsfirma: Bert Weingarten

Bei Farlion steht in einen Kommentar eine Ganze Menge über diesen Mann und seine Firma, und läst diese in keinen guten Licht erscheinen, desweiteren scheint diese Firma auch verantwortlich für die Kanzler Podcast zu sein. Mir selber ist auch aufgefallen, dass er auch Kontakte zu einen sich zum Neoliberalismus bekennenden Personen Kreis hat, wie zum Beispiel Gudrun Eussner. Jetzt zu den Erschaffern dieser üblen Propaganda.

Bericht: Thomas Berndt, Sonia Mayr

Zu Thomas Berndt:

Thomas Berndt: Studium der Politikwissenschaft und
Geschichte in Göttingen und Hamburg. 1996 Volontariat beim NDR, danach
fester freier Mitarbeiter für Panorama und NDR aktuell. Seit 1999
Redakteur bei Panorama. Gewinner des Medienpreises 1999 „Sophie“ des
Landes Mecklenburg-Vorpommern, der Heinrich-Böll-Stiftung und des DGB
für das Feature „Die braune Wahlschlacht“.
Im Frühjahr 2002 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet für den Dokumentarfilm „Die Todespiloten„.

Wie kann es sein, das jemand, der schon einige Preise für seine Dokumentationen kassiert hat, so einen Schrott abliefern kann?
Was wurde denn den Herrn Berndt versprochen, wenn er diese Propaganda bringt. Vielleicht ein Karriere in der Politik? Ich weiß es nicht, und ich hoffe es auch nicht. Schön wäre es wenn er sich Öffentlich von diesen Bericht distanzieren würde. Denn ich weiß nicht ob er es weiß, das was er jetzt verbrochen hat, wird im Netz immer zu finden sein. Bei Zeitungen mag der Satz nichts ist älter als die Nachrichten von gestern stimmen. Aber im Internet gibt es diese Regel nicht.

Zu Sonia Mayr:

Als Moderatorin steht sie im Rampenlicht, aber auch als erste im Kreuzfeuer. Es ist ihre Karriere die sie mit solchen Ausrutschern ruinieren kann. Ihre ganzen Kommentare im Bericht waren nichts anderes als billige Hetze und Polemik. Beispiel gefällig?

Die Bundesjustizministerin allerdings sträubt sich beharrlich. Für sie ist die aktuelle Bundesratsinitiative schlicht überflüssig, sie glaubt ungerührt an die Wirksamkeit ihres Paragraphen. Lästige Nachfragen.

PANORAMA:
„Frau Ministerin, was spricht gegen ein explizites Verbot von Killerspielen, zum Beispiel in einer Ausweitung des § 131?“

O-Ton Brigitte Zypries, SPD Bundesjustizministerin:

„Wir haben die Killerspiele in § 131 verboten. Mir hat noch niemand erklärt, was er besser machen will, als das, was im Moment im Strafgesetzbuch steht.“

Den Beckstein habe ich dich glatt vergessen. Aber der bellt nur seine ewig selbe Leier:
 

„Mit dem heutigen Gesetz kommen wir nicht aus, weil die Anwendung des Gesetzes von Staatsanwaltschaft und Gerichten zu restriktiv gehandhabt wird, dass es faktisch nicht zu einem Verbot von Killerspielen ausreicht. Das ist die Erfahrung aller Praktiker und da hilft es mir nichts, wenn die Justizministerin als Privatperson eine andere Meinung hat, sondern wir müssen das Gesetz so fassen, dass es eindeutig ein Verbot virtueller Killerspiele beinhaltet.“

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5 Kommentare »

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  1. […] eins weiß ich sicher: thematisches Wissen und Neutralität waren es ganz sicher nicht! Und nicht nur ich bin der Meinung, dass diese Person in der Sendung mehr als deplaziert war. 5. Im Bezug auf GTA – […]

  2. […] Beitrag taucht der Herr Weingarten auf, seines Zeichens Vorstand der IT Sicherheits Firma Pan Amp. Ich habe ihn hier schon mal erwähnt, und dort indirekt an seiner Nähe zur antideutschen Szene hing…. Diese Firma stellt Filterlösungen für all die bösen Dinge in der Welt des Internet her, und […]

  3. […] den 16. März hier ansehen kann (Panorama kann auch manchmal gute Berichte bringen und nicht so wie hier). In der Netzeitung wurde auch darüber berichtet, und auch in Kleinbloggersdorf wurde dieses von […]

  4. […] nicht erstaunt hat mich, dass bei diesen Beitrag zwei Namen auftauchen, die bei den unsäglichen Killerspielbeitrag vom Panorama schon auftauchten. Thomas Berndt und Sonia […]

  5. Richtig


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