Youtube und die sueddeutsche Zeitung

Montag 12 März. 2007 um 15:32 | Veröffentlicht in Alltag, Kultur, Musik, wunderbare Welt | Hinterlasse einen Kommentar

In der sueddeutschen Zeitung erschien ein Bericht über die enorme Ansammlung von Musikvideos bei Youtube. Der Autor des Artikels kommt zu den Ergebnis, dass es sich bei Youtube um eine Art Protest, einen Protest gegen die Stromlinienförmigkeit der vielen Kultur Sender ist, die oft an Langeweile nicht zu überbieten sind. Der Protest richtet sich nicht gegen Sender wie MTV, die haben mit ihrer Einschaltquoten Orientierung eh schon verloren. Das sehe ich allerdings nicht so, ich sehe Youtube und andere Video Portale mehr als Konserve, wenn nicht sogar als Zeitmaschine, die mir vergangene Momente wiederbringen kann, und mir die Chance geben sich das Geschehene mit einer gewissen zeitlichen Distanz nochmal zu Gemüte zu führen. Video Portale alá Youtube können meiner Meinung nach nicht einen guten Kultur Sender ersetzen, wobei ich auch nur einen Sender kenne, der diesen Namen tatsächlich verdient, und das wäre Arte. Beim herkömlichen TV habe ich immer noch das Problem, das ich an Sendezeiten gebunden bin, und mir dadurch schon mal der eine oder andere gute Beitrag durch die Lappen gehen kann. Das Problem schaffen Video Portale aus der Welt.

Ich selber freue mich immer wieder über die eine oder andere Perle die sich bei Youtube finden lässt. Ja ich verlinke sogar gelegentlich Musikvideos von Youtube und den großen Bruder Google hier. Warum mache ich das? Ganz einfach, ich bin der Meinung, dass es kulturelle Ereignisse gibt, von denen jeder die Chance haben sollte an diesen Teilzuhaben. Da ist zum Beispiel das Video von der Halftime Show beim letzten Superbowl, dass für einen Großteil der Welt gar nicht zu sehen war. In meinen Augen ist es schon fast Sünde, so etwas der Welt vorzuenthalten. Prince in absoluter Höchstform nach all den Jahren. Und was ist mit Bad News? Deren sehr eigenwillige Interpretation von Bohemian Rhapsody würde für immer verloren gehen. Was ist mit meinen Spezis 24-7 Spyz? Ich weiß nicht ob ich den einen oder anderen auf diese Band aufmerksam machen konnte, ich hoffe es aber doch sehr. Auch mit Living Colour verhält sich das genauso. Ich will deren Copyright gar nicht ankratzen, ich will sie Bekannter machen, ich will zeigen, dass es abseits des Mainstream durchaus sehr interessante Musik geben kann, die durchaus dazu geeignet ist, die Gehörgänge zu schmeicheln. Von Monzy und Weird Al Yankovic ist es bekannt, das sie absolut nichts dagegen haben, wenn ihre Videos weiterverbreitet werden.

Apropos Copyright: Der Autor des Berichtes in der sueddeutschen Zeitung macht immer wieder auf das Copyright der Werke aufmerksam. Ich weiss nicht ob er es schon wusste, aber in Deutschland haben wir kein Copyright sondern das Urheberrecht, und dieses unterliegt ganz anderen Regeln als das angelsächsische Copyright. Urheber kann nach deutschen Recht nur eine natürliche Person sein, das heißt der Fotograf, der Autor, der Musiker  oder der Programmierer, nie aber eine GmbH oder AG. Während das Copyright im angelsächsischen Raum dem gehört, der es angemeldet hat, und das ist oft genug eine Firma. Wenn ein Künstler ein Werk in den USA oder England erstellt, sucht er einen Verlag, dem er die sogenannte Royalities verkaufen kann, dass sind die Vervielfältigungsrechte. In Deutschland behält der Urheber seine Rechte, und ist auch der alleinige Bestimmer über diese.

Für mich ist es einfach so, auch wenn ich damit nicht unbedingt Gesetzes Konform denke, dass immer der Urheber die Rechte an seinen Werk hat, und wenn der Urheber nichts dagegen hat, dass Mitschnitte seiner Auftritte bei Youtube zu finden sind, ist das seine Sache. Ich habe hier auf meinen Blog auch jede Menge Material an denen ich keine Rechte besitze, wie zum Beispiel die Pinguin Fotos. Aber wenn sich der Erschaffer dieser Fotos, oder einzelner Fotos hier bei mir meldet, und gerne seine Fotos entfernt sehen möchte, so werde ich diesen Wunsch umgehend nachgeben. Denn es liegt mir fern, jemanden durch mein Handeln verletzen zu wollen.

Bericht bei der sueddeutschen Zeitung.

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