Revolution bei der Bundeswehr

Donnerstag 15 März. 2007 um 23:20 | Veröffentlicht in Der ganz normale Wahnsinn, Dumme Welt, Welt Politik, wunderbare Welt | 4 Kommentare

Soweit ist es schon, die Soldaten Rebellieren gegen den Einsatz von Tornados in Afghanistan und führen dafür jede Menge Gründe an. Wer sind denn die Soldaten die Mumm, Hirn und Herz zeigen?

Es sind drei die sich öffentlich gegen den Beschluss Tornados nach Afghanistan zu schicken stellen. Mein Dank gilt Oberstleutnant a.D. Helmuth Prieß, Hauptfeldwebel Christiane Ernst-Zettl Oberstleutnant Jürgen Rose. Es sind also nicht irgendwelche Wehrpflichtige die der Meinung sind, dass das Schaize ist, es sind Offiziere und eine Unteroffizierin (nennt man die eigentlich so?). Die Gründe für ihre Weigerung haben sie in einen offenen Brief zusammen gefasst. Kurz zusammengefasst bezweifelt die Gruppe das die geplanten Aufklärungsflüge keinen kriegerischen Zweck dienen. Ihres Wissens (und bei deren Job glaube ich denen auch mal) ist die Aufklärung aus der Luft ein wichtiger Bestandteil der modernen Kriegsführung wo die Daten, die die Tornados sammeln, sofort ausgewertet werden und zur zielgenauen Steuerung er Boden-Truppen und Jagd-Bomber benutzt werden. Die Besatzungen der Tornados müssten jederzeit mit Beschuss rechnen und wären dann gezwungen zur Selbstverteidigung in die Kampfhandlung mit einzugreifen. Hinzu kommt, dass Afghanistan anstatt der nicht enden wollenden militärischen Aktionen, Aktionen bräuchte um die Entwicklung des Landes zu fördern, und nicht immer wieder in die Steinzeit zurück gebombt zu werden.

Panorama hat über die Geschichte berichtet die man ab den 16. März hier ansehen kann (Panorama kann auch manchmal gute Berichte bringen und nicht so wie hier). In der Netzeitung wurde auch darüber berichtet, und auch in Kleinbloggersdorf wurde dieses von Thema unter anderen von das Farliblog und von Baseblog wohlwollend aufgenommen.

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4 Kommentare »

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  1. Wat denn für ’ne Revolution?

    Herr Rose war schon gegen den Einsatz im Balkan, als hierzulande alle ewig zugesehen haben, wie die Tagesschau und Panorama regelmässig Bilder von Massengräbern zeigten. Mann, was waren wir betroffen. Rose referiert seitdem regelmäßig in dieser Art. Ich frage mich eher, warum er immer noch im Dienst ist. Wer im Schlachthaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen.

    ich würde lieber bei Panorama einen Bericht darüber sehen, dass der amerikanische, britische oder israelische Generalstab geschlossen zurücktritt!

  2. Warum der Herr Rose immer noch seinen Dienst macht weiß ich auch nicht, aber ich bin froh darüber, dass er es noch macht. Und deinen Antrag, dass der amerikanische, britische oderund israelische Generalstab zurück treten soll, stimme ich voll und ganz zu. Ich habe nur das Gefühl, dass eher die Hölle zufriert, als dass es eintreten wird…

  3. Zum einen, „Unteroffizier“ ist grundsätzlich richtig :). Zum anderen, es werden immer wieder Stimmen aus den Reihen der Bundeswehr laut, die sich gegen unsinnige Kampfeinsätze zu Wort melden… die Presse reagiert nur sehr selten darauf :(.

    @ mbberlin
    Es ist absolut richtig, das Wer sich für eine Berufslaufbahn bei der Bundeswehr entscheidet, sich grundsätzlich auch für den Kampfeinsatz entschieden hat. Denn die Ausbildung bei der Bundeswehr hat nur einen Zweck; die professionelle Verteidung unserer Grundfesten mit Gewalt! Sich zu entscheiden Soldat zu werden (ich meine immer nur die Freiwilligen), ist auch immer eine Entscheidung zu der Bereitschaft andere Menschen zu töten! Aber genau diese Bereitschaft ist bei nicht wenigen freiwilligen Soldaten nicht gegeben. Ganz klar haben sich diese Menschen den falschen Beruf ausgesucht, denn Sie sind nicht bereit die Konsequenz Ihrer Berufswahl zu tragen.

    ABER

    Ein Soldat hat auch die Pflicht (festgeschrieben in der ZDV der Bundeswehr) sich gegen falsche Befehle zur Wehr zu setzen und sie nötigenfalls zu Verweigern! Dies gilt nicht nur für den einfachen Soldaten sondern vor allem für den Stab! Diese Entscheidung zu treffen ist eine Gradwanderung sonders gleichen; denn irrt man sich bei der Vrweigerung hat dies extreme Konsequenzen für das eigene Leben. Aus diesem Grund kann ich verstehen das diese Offiziere sich an die Öffentlichkeit wenden, denn bei der Verweigerung eines Befehles geht es um weit mehr als die eigene Karriere.

  4. Ja, und genau das spiegelt die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der Bundeswehr sehr gut wider. Mri kommt es vor wie bei einem Chirurgen, der eine Operation mit der Begründung ablehnt, dass ein Eingriff eine Körperverletzung darstellt, die unter Umständen die Tötung des Patienten zur Folge haben könnte. Oder einem Boxer, der gerne schlägt, aber nicht geschlagen werden möchte.

    Aber zurück zum Thema. Sofern die Tornados vor Ort und einsatzbereit sind (was ob des Alters und hohen Wartungsaufwandes nicht selbstverständlich ist) können sie unbestritten für die Vermeidung von Kollateralschäden sorgen.

    Der Satz ganz oben „Die Besatzungen der Tornados müssten jederzeit mit Beschuss rechnen und wären dann gezwungen zur Selbstverteidigung in die Kampfhandlung mit einzugreifen.“ ist so faktisch nicht richtig. Die Maschinen sind so ausgerüstet, dass sie mittels Täuschkörper Boden-Luft-Raketen „verwirren“ können. Sowas haben die Taliban allerdings nicht und mit einer ungelenkten Panzerfaust kann man einen Jet nicht angreifen. Die einzige Gefahr – Beschuss von MG oder MK – besteht im Lande- und Startbereich in niedriger Höhe. Während der Aufklärungseinsätze sind die Maschinen zu hoch. Die einzige aktive Waffe der Recce-Tornados ist die Bordkanone, die allerdings nur sehr begrenzt und in niedriger Höhe gegen Bodenziele eingesetzt werden kann. Und genau das würde kein Pilot machen, weil er sich damit nämlich erst recht in Schussweite bringt, was bei mehreren benachbarten Zielen einem Selbstmordversuch gleichkäme. Zudem ist es verboten, da Pilot und Maschine nicht gefährdet werden dürfen. Eine Bekämpfung etwiger Ziele wurden in solch einem Falle eskortierende Flugzeuge übernehmen.

    Die Gefahr, von der in letzter Zeit berichtet wird, geht eher von den alten Maschinen und den im internationalen Vergleich zu wenigen Flugstunden der Piloten aus.

    Ich bin in jedem Falle für einen Rückzug der Deutschen. Und zwar aus dem Grund, dass in Afghanistan und sonstwo so nützlich, wie Karies.


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