Asklepios und kein Ende: Diesmal Pflegenotstand

Freitag 6 April. 2007 um 12:47 | Veröffentlicht in Alltag, Asklepios, Der ganz normale Wahnsinn, dumm gelaufen, Dumme Welt, Hamburg, Politik Kram | 5 Kommentare

Irgendwie scheint Asklepios Hamburg schon mein ganz spezieller Freund zu werden. Nachdem ich mich nun schon ein bisschen über die hygienischen Zustände im Klinikum-Nord aufgeregt und auch deren Sicherheitsvorkehrungen bezüglich Datenschutz in der ZNA in Frage gestellt habe, tut sich schon die nächste Katastrophe am Horizont auf. Die meisten Mitarbeiter in den Kliniken sind Angestellte im öffentlichen Dienst und auch schon oft deutlich über einen Jahrzehnt dabei. Jetzt ist das Ganze ja ein bisschen problematisch wenn in einem privaten Unternehmen Mitarbeiter sind, die dem öffentlichen Dienst unterstellt sind, denn kündigen kann man die nicht so einfach, und außerdem sind die viel zu teuer. Also hat sich Asklepios gedacht, dass man den alten Mitarbeitern einfach neue – und damit deutlich schlechtere – Verträge vorlegt, und diese die dann einfach unterschreiben. Allerdings wird daraus nichts, denn sie werden nicht unterschreiben.

Was für Konsequenzen hat das im Endeffekt? Kommt ganz darauf an, wie jetzt weiter geplant wird. Wenn Asklepios Hamburg kein Problem damit hat, ohne Pflegepersonal dazustehen, brauchen sie nur weitermachen wie bisher. Die Mitarbeiter, die dem öffentlichen Dienst unterstellt sind, müssen dann von ihrem Arbeitgeber an einem anderem Ort beschäftigt werden. Gekündigt werden können diese deswegen nicht. Wenn aber alle öffentlichen Bediensteten aus den Krankenhäusern abgezogen werden, fehlen dann plötzlich knapp 80 Prozent des – teilweise hochqualifizierten – Personals, welches dann wahrscheinlich mit Billigstkräften aus Osteuropa aufgefüllt wird. Die Konsequenzen für die Qualität werden meiner Meinung nach drastisch sein; wenn man dann demnächst einen Verwandten in eine Asklepios Klinik bringt, sollte man darauf bestehen, dass er vorher noch sein Testament macht. Die Wahrscheinlichkeit aus dem dann resultierenden Chaos lebend hervorzukommen, ist nicht sehr groß.

Welche Frage sich dann der Hamburger Senat gefallen lassen muss, falls er die Frage überhaupt zulässt und nicht mit seinem Hausrecht unterbindet: Wo liegt eigentlich der Gewinn im Verkauf der Krankenhäuser, wenn am Ende sogar noch ein Großteil der (bald) ehemaligen Mitarbeiter aus der öffentlichen Hand bezahlt werden muss? Wieso kommt mir bei diesen ganzen Geschäften des Senats eigentlich spontan der Gedanke an massiver Korruption in höchsten Kreisen?

Apropos von Steuergeldern bezahlte Mitarbeiter: Bei der ehemaligen Post, jetzt DHL, gibt es noch etliche Beamte, die für den Verein weiterarbeiten. Angeblich soll DHL dafür einen Ausgleich zahlen. Aber wenn man sich die Seilschaften in der Führungsetage so anschaut, glaube ich nicht so recht daran.

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5 Kommentare »

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  1. Lieber Zappi,

    wir sind auf Ihr Blog gestoßen, das viele Beiträge enthält, die gut zu einem Projekt passen könnten, das bald auf http://www.wissen.de in Zusammenarbeit mit dem Chronik Verlag startet: Chronik-Reporter.

    Worum geht’s?
    Im Jahresrückblick „Chronik 2007“, der im Januar 2008 erscheint, erhält das Publikum die Gelegenheit, eigene Erlebnisse und Beobachtungen zu den Themen des Jahres beizusteuern – die ganz persönliche Sicht aufs Jahr sozusagen. Die von der Chronik-Redaktion gekürten besten Texte und Bilder dieser „Chronik-Reporter“ landen im gedruckten Buch.

    Wie geht’s?
    Jeder, der Chronik-Reporter werden will, schickt uns einen Beitrag (oder mehrere Beiträge), der entweder nur Text, Text mit Bild oder nur Bild mit Bildunterschrift beinhalten kann. Diese Beiträge stellen wir auf http://www.wissen.de/chronik-reporter (diese Seite ist momentan noch nicht freigeschaltet und noch in Arbeit, kann Ihnen aber vielleicht jetzt schon einen Eindruck vermitteln, worum es uns geht) online vor und lassen per Abstimmung Monatssieger ermitteln.

    Die Gewinne
    Jeder Teilnehmer erhält von uns einen Chronik-Jahreskalender und der oder die Monatsgewinner/in gewinnt zusätzlich eine „Neue Chronik der Weltgeschichte“. Unabhängig davon wählt am Ende des Jahres die Chronik-Redaktion die Beiträge aus, die in der Printausgabe – natürlich versehen mit Ihrem Namen – erscheinen.

    Welche Themen kommen in Frage? Im Prinzip alle, die von einer Relevanz für viele Menschen sind. Als Anregung kann Ihnen hier unser Chronik-Kalendarium dienen, das Ihnen einen knappen Jahresrückblick bietet. http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/geschichte/Chronik/Chronik2007_kalendarium.html

    Wie sollen die Texte aussehen? Subjektives Erleben wäre schön, Meinung eher nicht („Angela Merkel ist doof“). Textlänge bis ca. 2000 Zeichen. Ansonsten darf das recht offen sein – wir sind gespannt! Sie können gerne auch Bilder schicken!

    Es würde uns freuen, wenn wir Ihr Interesse geweckt hätten und Sie Chronik-Reporter werden möchten. Schicken Sie uns doch einfach mal einen Beitrag Ihrer Wahl, etwa zum Thema Pflegenotstand.

    Viele Grüße

    Dietmar Hefendehl

  2. […] Juni 19, 2007 at 10:09 nachmittags | In Asklepios, Dumme Welt, Der ganz normale Wahnsinn | Die von mir vorhergesagten Probleme mit Asklepios und den Rückkehren wird Mittwoch auch Thema in der Bürgerschaft sein. Die Rückkehrer sind […]

  3. Ich kann dieser Meinung nur zustimmen. Bloß, da tun sich noch mehr dunkle Wolken auf, wenn ich bedenke, dass ehemalige Mitarbeiter von p&w AöR auch ein sogenanntes Rückkehrrecht haben. Allerdingst sage ich mir: „Lieber die Stadt Hamburg hat mit den Mitarbeitern ein Problem, wie die Mitarbeitern mit der Stadt Hamburg“ Oder? Es sei den wir leben in einer Bananen- Republik? Dann fehlen nur noch die „Brünischen Notverordnungsgesetze“! Aber das hatten wir ja schon mal.

  4. Irgendwie kommt alles wieder. Wie heute im Abendblatt steht, droht den Rückkehrern die Kündigung, wenn sie zur Stadt zurück kommen. Was allerdings so auch nicht zu stimmen scheint, denn vom Betriebsrat (nein ich erbeite da nicht) die Info bekommen, dass bei der Stadt knapp 5000 stellen unbesetzt sind. Da will jemand wieder massiv Angst verbreiten und die Springerpresse stößt mit ins Rohr.

  5. Ich bin Mitarbeiter in einer Hamburger Asklepios Klinik.

    Umbruchzeiten sind schwere Zeiten –
    sowohl für die Angestellten, die Leitung als auch für Patienten.

    Zugegeben, mit den Hygienebedingungen STAND es nicht gut.
    Doch mit Einführung des KTQ (Qualitätsverbesserung) bewegt sich einiges – auch im Hygienebereich.

    Bzg. Pflegepersonal kann ich bei Asklepios keine negativen Abweichungen in Bezug auf die momentane Lage im gesamtdeutschen Pflegebereich sehen.

    Die Ursache der Misere „personelle Schlechterstellung“ findet sich meines Erachtens nach bei den Gewerkschaften.

    Wieso eigentlich werden Nichtmitglieder immer noch an Tarifergebnissen beteiligt OBWOHL sie keinen Auftrag (durch Beitritt und Mitgliedsbeitrag) erteilen?
    Ist es nicht verständlich, dass viele denken: „Ach was soll ich einer Gewerkschaft beitreten, wenn ich eh als Nichtmitglied davon profitiere)?

    Vielleicht wäre das mal ein Thema für Ihren Blog.


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