Was bedeutet Globalisierung für mich

Montag 23 Juli. 2007 um 20:31 | Veröffentlicht in Afrika, Alltag, Blogosphere, Der ganz normale Wahnsinn, Dumme Welt, Welt Politik | 7 Kommentare

Es ist Blogkarneval, ausgerufen vom Globalisierungs-Blog, und diesmal bin ich dabei. Warum? Weil mich das Thema doch interessiert und ich hier an dieser Stelle schon die eine oder andere Zeile über die Auswirkungen der Globalisierung geschrieben habe. Wie so vieles hat die Globalisierung zwei Seiten auf der einen Seite gibt es die Globalisierung die uns zum Beispiel uns das Internet liefert, in der wir uns virtuell über große Instanzen hinweg mit anderen Menschen überall auf der Welt in Kontakt treten können und etwas über sie und ihre Lebensumstände zu lernen.

Den politschen und wirtschaftlichen Teil der Globalisierung kann ich für die Menschen nichts abgewinnen. Für mich sieht es so aus, dass einige wenige Konzerne den weltweiten Handel und über die Welt-Handelsbank und Die Welt-Handelsorganisation durch die Kreditvergabe Praktiken das Geschick einzelner Staaten steuern, welche sich dann überwiegend negativ für die Bevölkerung der betroffenen Länder auswirkt. Betroffen von den Kreditvergabe Praktiken und den damit verbundenen Auflagen sind überwiegend Länder der ehemals dritten Welt die so schön auf neudeutsch Schwellenländer heißen. In diesen Ländern werden als erstes das Schulsystem, das Transportwesen, das Gesundheitssystem und der Bereich der Veterinärmedizin privatisiert. Oft müssen diese Länder dann auch noch Bereiche der Grundversorgung abgeben, wie Strom und Wasser, damit sie sich die Folgekredite leisten können die sie aufnehmen müssen, weil die Staatseinnahmen durch die zunehmende Privatisierung wegbrechen, da die Firmen, die die ehemaligen Staatsbetriebe aufkaufen nicht wirklich gerne Steuern zahlen und mit etwas Druck durch die WTO und WTB wird die Nicht-Besteuerung der ausländischen Unternehmen dann oft zum Gesetz. (Wer jetzt parallelen mit Deutschland entdeckt, hat nicht ganz unrecht. Hier läuft das allerdings anders: Hier wird das über die EU erzwungen und damit das auch wirklich funktioniert, werden die führenden Politiker in den Aufsichtsräten der lokalen Niederlassungen beschäftigt. Die Schlüsse aus dieser Entwicklung darf jeder gerne selbst ziehen). Wenn das alles so nicht funtioniert, dann wird gerne zu dem Mittel der Gewalt gegriffen, und mittels verdeckter Aktionen, oft sind internationale Geheimdienste die willigen Lakaien dieser Aktionen, da sie sich dann den Waffenhandel und den Drogenhandel der frisch unbefriedeten Region unter den Nagel reißen dürfen, werden die schönsten Bürgerkriege angezettelt. Das alles geht natürlich ganz besonders zu lasten der Bevölkerung, und muss oft mit tausenden von Toten, Hunger und Elend bezahlt werden. Die westlichen Regierungen schauen bei so etwas natürlich Weg, und versuchen ihr Gewissen mit ein bisschen Entwicklungshilfe zu beruhigen, die aber oft in den Ländern genau die Gegenteilige Wirkung hat.

Jetzt kommen wir dran: Die Auswirkungen der Globalisierung ist überall zu sehen und zu spüren. Viele Traditionsbetriebe hat die Globalisierung schon zerstückelt, wie die Fahradfabrik Biria in Sachsen oder Grohe Armaturen. Sie alle werden von irgendwelchen gesichtslosen Hedge-Fonds aufgekauft, schön gemacht, dass bedeutet in diesen Fall gewinnoptimiert, auf maximale Rendite (d.h. als erstes darf dann ein Teil der Belegschaft nach Hause gehen, und der Rest darf dann unter massiver Lohnkürzung und Arbeitszeitverlängerung weiter Angst haben, denn entlassen werden sie sowieso irgendwann, wenn das Objekt ausgelutscht ist) und dadurch hohen Wiederverkaufswert. Es ist nicht so, dass diese Betriebe vorher unrentabel gearbeitet haben. Es ist oft so, dass diese Betriebe keinen Nachfolger für den Firmengrüder hatten oder die Erbengemeinschft über die Zukunft des Untermnehmens zerstritten, wie unlängst bei Märklin, und das führt dann zu einen Verkauf. Wenn man dann eine Weltmarke besitzt, kriegt man dafür meistens einen ziemlich guten Preis.

Aber das war noch nicht alles. Da haben wir noch den Punkt Privatisierung. Die Privatisierung ist für mich der Ausverkauf des Staates, Hochverrat an den Einwohnern. Die Privatisierung wurde den Menschen mit den Versprechen Schmackhaft gemacht, dass durch den dadurch entstehenden Wettbewerb die Preise sinken würden. Wie man am Energie Markt sehen kann ist nichts billiger geworden, sondern alles teurer bei nachlassender Qualität, wie man an Asklepios und Vattenfall in Hamburg sehen kann. Wenn Vattenfall mit den Atomkraftwerken weitermachen darf, haben wir wirklich bald ein paar millionen Arbeitslose weniger (Achtung Sarkasnmus!).

Folgen der Privatisierung und das Einmischen der Hedge-Fonts in unsere Wirtschaft sind sinkende Löhne und wachsende Arbeitslosen Zahlen. Was immer mehr in eine Prekarisierung weiter Teile der Bevölkerung führt.

Dadurch, dass hier immer weniger Geld den einzelnen Menschen zur Verfügung steht, entsteht natürlich auch der bedarf an günstigen Verbrauchs- und Konsum-Gütern. Diese Güter werden oft unter Bedingungen gefertigt, die für uns heir unvorstellbar sind gefertigt. So fabriziert Mattel (die allseits bekannten Barby Puppen) und Hasbro in Sweat-Shops auf den Phillippinen. In diesen nicht klimatiserten Hallen müssen die jungen Frauen (ältere und Männer werden gar nicht erst genommen) 6 Tage die Woche 12 Stunden am Tag für 50 Dollar im Monat arbeiten. Oft werden die Frauen krank durch die Umweltgifte die ungefiltert in die Umwelt abgelassen werden aber sie können sich keinen Arzt leisten, der Alarm schlagen könnte. Auf den Kauf der Produkte aus dieser Produktion zu verzichten würde nicht allzu viel helfen. Denn wenn diese Frauen arbeitslos werden haben sie gar nichts mehr und würden entweder mit ihren Familien verhungern, oder in die Prostitution rutschen.Welche Auswirkungen das in einer überwiegend katholisch geprägten Gesellschaft hätte, ist leicht vorzustellen.

Wegen solcher Geschichten blicke ich hoffnungsvoll Richtung Südamerika. Dort versuchen einige Länder (derzeit Bolivien, Venezuela, Kuba, Nicaragua und Haiti) unter Umgehung der Welt-Handelsbank und Welt-Handelsorganisation eine Wirtschaftsgemeinschaft (ALBA) zu etablieren, die nur von den Verträgen untereinader abhängig sind, und nicht, weder politisch noch wirtschaftlich, von außen manipuliert wird. Ob es funktioniert und wie wird die Welt zeigen, aber für die beteiligten Länder, vor allem deren Bevölkerung kann es eigentlich nur besser werden.

Es reicht meiner Meinung nach nicht einge Einstellschrauben an der Globaalisierung neu zu justieren und dann läuft die Kiste wieder für alle zufriedenstellend (das lief sie noch nie). Das System ist krank. Es werden finanzielle Interessen einiger weniger über die Grundbedürfnisse der Masse gestellt. Also muss dieses System so wie es ist weg, wenn diese Welt auch noch in hundert Jahren Lebenswert sein soll.

So, ich denke das reicht erstmal.

7 Kommentare »

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  1. Hey, das ging ja schnell. Danke für deinen ausführlichen Beitrag.
    Du hast oben Hedgefonds und Private-Equity durcheinandergebracht.
    Außerdem denke ich, dass man das alles nicht so einfach trennen kann.
    Natürlich ist Globalisierung in einigen Punkten eher amerikanischer Imperialismus (kennst du Economic HitMan? bestimmt oder?) aber in vielen Punkten gibt es auch Vorteile, die man nicht ausblenden kann.
    Auf den hier genannten Phillipinen gibt es zwar Armut, aber die Gesamtlage verbessert sich deutlich.
    In den vielen Punkten hast du aber leider Recht.
    Danke für die Teilnahme. Die gesamte Auswertung folgt im August.
    Schöne Grüße
    Sebastian

  2. Ups das mit den Private-Equity und Hedge-Fonds habe ich tatsächlich gewürfelt, aber die Auswirkungen für die Betroffenen können aber sehr ähnlich aussehen, wie man an den Beispiel von Bike-System in Thüringen sehen kann. Sorry dafür. Ich spreche nicht mehr von amerikanischen Imperialismus. Dieser Imperialismus ist genauso Global wie seine Auswrikungen. Wenn man ein Land als Zentrum festlegen müsste, würde ich für die Bahamas stimmen, da wohl sehr viele von den weltweit erwirtschafteten Gewinnen dort geparkt werden.

  3. […]  Zappi, Der Verwerter und Atlatos […]

  4. […]  Zappi, Der Verwerter, Atlatos Traveller, Zenblé, Thomas Matterne und […]

  5. Beim Lesen deines Artikels habe ich mich mehrmals gefragt, was dir denn wohl als Alternative vorschwebt. Denn eigentlich bringt es wenig, negative Auswirkungen einer Entwicklung aufzuzählen, ohne einen echten „Plan B“ zu haben.

    Das einzige was mir als Gegenentwurf zum Welthandel einfällt, ist das Anstreben von Autarkie, von nationaler Abschottung. Das führt erfahrungsgemäß irgendwann zu Rohstoffkriegen, gegen die die heutigen bei all ihrem Schrecken ein Witz sind (wenn man so will ging es Nazi-Deutschland schließlich auch darum, möglichst abgeschottet vom Rest der Welt ein Wirtschaftssystem aufzubauen). Mir ist da die internationale Zusammenarbeit lieber und unter dem Strich, da bin ich sicher, bringt ein global village eher Vor- als Nachteile.

    Aber wenn es Länder gibt, die das anders sehen, dann sollen sie es von mir aus eben mal auf ihre Art versuchen. Ich bin ja gespannt was bei dieser ALBA-Geschichte da rauskommt. Vielleichtführt das ja wirklich zu etwas anderem als einer unfreien Gesellschaft mit hohen Hürden für Leistungswillige Menschen.

    Niemand zwingt irgendein Land der WTO beizutreten und sich an dessen Regeln zu halten. Die große Zahl der Mitglieder ist aber ein Beleg dafür, dass sich viele Staaten Vorteile davon versprechen.

  6. Beim Lesen deines Artikels habe ich mich mehrmals gefragt, was dir denn wohl als Alternative vorschwebt. Denn eigentlich bringt es wenig, negative Auswirkungen einer Entwicklung aufzuzählen, ohne einen echten “Plan B” zu haben.

    Wie die Alternative aussehen mag kann ich dir auch nicht sagen. Mit der Globalisierung ist es wie mit der Büchse der Pandorra, die kann man nicht einfach wieder zumachen. Autarkie ist aus den von dir beschriebenen Gründen auch keine Lösung, genauso wenig wie die Form von Welthandel die heute betrieben wird. Aber es gibt noch mehr als Autarkie und Welthandel. Was kommt als nächstes?
    Und darüber zerbrechen sich sehr viele Menschen die Kopf, denn egal wie die Zukunft aussehen wird, sie wird meines Erachtens mit keiner Gesellschaftsform der Vergangenheit gleichen.

    Niemand zwingt irgendein Land der WTO beizutreten und sich an dessen Regeln zu halten. Die große Zahl der Mitglieder ist aber ein Beleg dafür, dass sich viele Staaten Vorteile davon versprechen.

    Dir ist schon klar, dass es diverse Länder gab und gibt, die nur wegen der Kredite in der WTO da die Mitgliedschaft in de WTT eben von der WTB vorrausgesetzt wird. Bis vor garnicht all zu langer Zeit gab es für Länder der dritten Welt eben nur über Kredite der WTB möglich am Welthandel teilzunehmen. Dass dieses dann aber auch der erste Schritt in den Ausverkauf der eigenen Resourcen darstellt, war wohl vielen ncht bewusst, oder sie haben es geflissentlich ignoriert, da sie einen nicht unerheblichen Teil an der Sache mit profitierten. Nicht alle sind so blauäugig wie Lula und laufen fereudestrahlend in ein offenes Messer, viele sind und waren einfach nur Geldgeil und Korrupt.

    Sorge macht mir der immer stärker werdende Einfluss der Chinesen auf den afrikanischen Kontinent, die kommen einfach hin, wollen etwas haben oder nutzen, und fragen was das kostet und nicht nur das: Sie bezahlen sogar die geforderten Preise. Etwas was die afrikanische Welt nicht vom Westen kennt. Alleridngs sind die Chinesen für mich keine Vorzeige-Demokraten, dass ist es was mir Sorgen macht.

    Wenn das ganzte ein bisschen Wirr klingt, ich habe heute einen ziemlich langen Arbeitstag hinter mir.

  7. […] alltäglichen (Atlatos Traveller) . Es sind positive (Zenblé) und eher negative (Der Verwerter Zappi, Yoda) Meinungen zu Globalisierung dabei. Eigene Erfahrungen zur Globalisierung werden uns […]


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